Willkommen.

Am Institut, 1989 mit Unterstützung des Senators für Bildung, Wissenschaft und Kunst gegründet, werden Studien zur Literatur, Kultur und Politik in Deutschland vorwiegend in literatur- und kulturwissenschaftlicher Ausrichtung durchgeführt. Aufgrund der Besonderheiten der politischen und kulturellen Entwicklungen der beiden deutschen Staaten nach 1945 lag zu Beginn der Arbeit des Instituts der thematische Schwerpunkt auf solchen Forschungsvorhaben, die sich mit der Rolle von Literatur, Kultur und literarischer Intelligenz in der DDR und dem Problem der kulturellen Differenz, die sich im Laufe von mehr als vier Jahrzehnten zwischen den Gesellschaften Ost- und Westdeutschlands herausgebildet hatte, beschäftigen.

Dabei handelt es sich neben historisch angelegten Projekten auch um gegenwartsbezogene Studien, die sich mit den Kommunikations- und Funktionsstörungen der beiden deutschen Gesellschaften nach der Vereinigung auseinandersetzen. Die Frage nach der kulturellen Differenz innerhalb der deutschen Gesellschaft stellt sich mittlerweile zunehmend auch im Hinblick auf andere gesellschaftliche Gruppen, deren Angehörige – zumeist infolge eines Migrationshintergrundes – unterschiedliche kulturelle Sozialisationen durchlaufen.

Das Institut verfolgt die Absicht, auch in dieser Hinsicht den gegenwartsbezogenen Studien zur Interkulturalität eine historische Tiefendimension zu geben. Dazu entwickelt es u.a. Forschungsprojekte zur kolonialen Vergangenheit Deutschlands und zur Übertragbarkeit postkolonialer Theorie- und Beschreibungsmodelle (Hybridität, Dritter Raum, Mimikry) auf die Bedingungen von Kultur und Gesellschaft in Deutschland mehr als zwanzig Jahre nach der Vereinigung. Auch wenn der kultur- und literaturwissenschaftlichen Komponente ein besonderes Gewicht eingeräumt wird, verfolgt das Institut explizit einen interdisziplinären Forschungsansatz.