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Spritsparen: Das bringt Tempo 100 auf der Autobahn

Die Umweltorganisation Greenpeace forderte vor wenigen Tagen ein Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Bis zum Ende des Russland-Ukraine-Krieges solle man nur noch 100 km/h fahren dürfen, hält die NGO in ihrem 10-Punkte-Plan fest.

Dadurch ließe sich nämlich der Spritverbrauch erheblich reduzieren und die Unabhängigkeit von russischem Öl vorantreiben. 10 Prozent Sprit könnten dadurch eingespart werden, heißt es seitens Greenpeace. Eine Zahl, die auch Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) der futurezone bestätigt: „Das Umweltbundesamt hat das für alle Pkw, die auf Österreichs Autobahnen unterwegs sind, berechnet. Da ist man auf etwa 10 Prozent weniger Spritverbrauch gekommen“. 

Geeignete Maßnahme für geringeren Verbrauch

Dieser Prozentsatz beziehe sich auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von etwa 117 bis 118 km/h. Wer das Tempolimit auf der Autobahn ausreizt, spare, je nach Fahrzeug, sogar 20 bis 25 Prozent Sprit, so Gratzer. Ein durchschnittliches Dieselfahrzeug, unterwegs von Wien nach Salzburg, verbraucht so auf rund 295 Kilometern etwa 5,8 Liter weniger.

Der ÖAMTC widerspricht: Durch die Temporeduktion würde man lediglich 1 bis 3 Prozent einsparen. Er beruft sich auf eine Studie der TU Wien aus dem Jahr 2020. Neben dem ÖAMTC fordern die Sozialpartner, ARBÖ,   Freiheitliche und Sozialdemokraten stattdessen, die Abgaben und Steuern auf Treibstoffe zu senken. 

Putin den Geldhahn zudrehen

„Die großen Vorteile bei Tempolimits sind aber, dass sie erstens nichts kosten und zweitens rasch umsetzbar sind“, entgegnet Gratzer. Drittens gäbe es einige positive Nebeneffekte, für die Umwelt und für Autofahrer*innen: „Man spart sich natürlich Geld. Auch die Feinstaubbelastung und der Co2-Ausstoß sinken. Gleichzeitig erhöht sich die Verkehrssicherheit. Alles positive Effekte.“

Zudem könne es auch politische Folgen nach sich ziehen, wenn man die Geschwindigkeit auf Autobahnen drosseln würde: „Dadurch, dass wir Öl konsumieren, finanzieren wird ja diesen Krieg mit“, erklärt Gratzer weiter. Wenn wir den Spritverbrauch reduzieren, würden sich Österreicher*innen, so der Experte, nicht nur Ausgaben sparen, sondern Putin auch den Geldhahn zudrehen.

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